, der südwestlichen Champagne, dem nord- westlichen Theil von Burgund und Nivernais, ein sechstes, grösseres Ge- biet nimmt den grössten Theil des nordwestlichen Frankreichs, die Dpts. Indre- et -Loire, Maine -et -Loire, Sarthe, Mayenne, lUe-et-Vilaine, Mor- bihan und Finistere, d. h. die Provinzen Touraine, Anjou, Maine und den grössten Theil der Bretagne ein, schliesslich finden wir noch im nordöst- lichen Theile der Normandie, im Dpt. Seine inf^r. ein kleines, durch re- lativ seltenes Vorkommen von Schwindsucht ausgezeichnetes Gebiet Es ergibt sich demnach aus der hier entworfenen Uebersicht bezüglich der Erkrankungs Verhältnisse in den einzelnen Provinzen Frankreichs folgendes Resultat: Am verbreiteisten tritt Schwindsucht in Roussillon, Foix, Gas- cogne, Provence und Languedoc, in Saintonge, Angoumois, Marche, Poi- tou, Bourbonnais, Orleannais, Isle- de -France, Brie und in den franzö- sischen Niederlanden, nur auf einzelne Districte beschränkt, in Guyenne^ dem Dauphine, im Lyonnais, der Auvergne, Limousin, Berry, Burgund, Champagne, Elsass und in der Picardie, am sparsamsten endlich inBeium, Touraine, Anjou, Maine und der Bretagne, femer in der Normandie und schliesslich in Nivernais, Franche-Comt^ und Lothringen auf. — Ea sind in dieser Darstellung von der geographischen Verbreitung von Schwind- sucht in Frankreich selbstredend nur die allgemeinsten Grenzen gezeichnet, innerhalb welcher die Verhältnisse in den einzelnen Lokalitäten manche Verschiedenheit zeigen, und eine Berücksichtigung der aus den einzelnen Gegenden Frankreichs voriiegenden Berichte lässt allerdings manche Ab- weichungen von jenem allgemeinen Entwürfe erkennen, gibt, im Ganzen genommen, jedoch wesentlich eine Bestätigung der in demselben gewon- nenen Resultate. So hebt Bonafos^) das Vorherrschen von Schwind- I) In Hanteilerk, Reo. d*obt. d« H6d. IL «8. Organ- Srankheiten. LnngenaohwmdBacht. 63 in Roiissilloii hervor, ans dem Berichte von Tudesqi) aus Gelte, > von Menard^) aus Lunel u. a. ersehen wir die grosse Frequenz, anl^lieit in den Küsteogegenden von Languedoe, und dasselbe gilt LTseille, von wo u« a. Raymond 3) berichtet: ,.les phthisies sont ilaxiies les plus communes apres les maladies aiguäs;'' sehr zahl- in^i die specielleren Mittbeiiungen über das häufige Vorkommen iMrinclsucht an der Küste von Guyenne, so von Gintrac^) aus ix» ^on Legendre^) aus dem, unter dem Namen des Medoc be- "l^heile der Gironde, von GrauUat^) aus Langen u. a.; über die i2 der Krankheit in Rochefort (Charente inför.) berichtet Lefevre^ X^ des Vorkommens von Schwindsucht in der Auvergne bemerkt 1^ ^), dass die Krankheit in den südlichen Thälem und den klei- kdten mehr als In den übrigen Gegenden der Provinz verbreitet ist; »fn westlichen Theile des Lyonnais liegen Nachrichten ^) über ^ufige Vorkommen von Schwindsucht in Tarare vor, dagegen ist i^exiB^erth, dass die Krankheit, nach dem Berichte von Crozant^^^, Xi lum Dpt Nievre (Nivernais) gehörigen Canton Douzy sehr selten, t l^^ndschafl Bresse, im Dpt Ain (Burgund), den Mittheilungen von y\e^i) zufolge, fast ganz unbekannt isU Häufiger trifft man, wie maini^ hervorhebt, die Krankheit in den Thälem des Jura an, und anders verbreilet ist sie, dem Berichte von Forget^^) zufolge, im un- ^tiBsass, so wie nach Taranget^^) in Douay, nach Sti^venart^) Va\enciennes, u. a. G. des französischen Flandern, während Lars^^^), i Seltenheit derselben inArras hervorhebt. In grosser Frequenz kommt ihwindsucht femer, wie Bertin i^) bemerkt, in der Ebene von Brie vor, l^^ogen scheint die Krankheit, abgesehen von den Centren des Ver- ^hies, wo sie, wie u. a. nach Simonin i^) in Nancy, so häufig wie in ^ ineislen andern grossen Städten ist, vorherrschend in den Thälem ^Vogesen heimisch zu sein, so berichtet u. a.Pomai^) über die grosse ^V^m und Bösartigkeit von Schwindsucht inBruyeres und in den Mit- "^ODgen von Didelot^O) über die Krankheilsverhältnisse in den Voge- i'' lieisst es: „cetle maladie tres- commune et tres - meurtriere tue quan- ^ de DOS paysans,** so dass das oben aus der Statistik entwickelte Wöllat über die Verbreitung von Schwindsucht in Lothringen eine we- Atiiche Beschränkung eriahrt Dagegen sprechen zahlreiche Einzelbe- chte aus verschiedenen Gegenden in ls)e- de -France für das allgemeine <^fherr8chen von Schwindsucht daselbst, während andererseits, und eben- ^ in Uebereinstimmung mit dem aus der Statistik abgeleiteten Resul- '^i io den Mittheilungen aus vielen Orten in der Bretagne die Krankheit Mim erwähnt, oder, wie u. a. in dem Berichte von CabroP^) aus ^-Isle-en-mer, auf die ausserordentliche Seltenheit derselben specieli Bgewiesen wird. — Aus der Schweiz liegen nur vereinzelte, hieher- törige Mittheilungen, so namentlich über das häufige Vorkommen von iwiodsucht in verschiedenen Bezirken des Canton Zürich^, in den 1) Journ. de Iföd. LXXV. SSS. 2) BaUet. de TAcad. de Med. du SO. Mai 1S38. ») Bist de la 8oc. de M^d. de Paris IL M^m. 1S8. 4) Gaz. m^d. de ParU 1848. 489. 5) Journ. de M^d. de Bordeaux iMS. Septbr. 6) Bist de la Soc. de MM. de Paris I. 192. ) Gas. iii4d. de Paris 1846. SOI. 8) Bist, de la Soc. de M6d. de Paris V. M6m. 816. I Gas. mM. de Lyon 1858. Kr. 14. lu) Journ. de M^d. 1844. Mai. I Bollet. de TAcad. de M6d. da 7. Norbr. 1848. 12) Annal. d'By«. 1850. Joli ISO. I Gm. m^d. de Paris 1848. 422. 14) Journ. de M^ XCU. 240. I TopogT. de Valenciennes etc. Val. 1846. 16) Journ. de M^d. LXXVUL 840. j Gazect« de 8ant6 1789. 18) Reoh. topofl^. et m^d. snr Nancy. Nanc. 1854^ l89. 9) Jonm. de M^d. LXXVI. 189. 20) Bist de la Soc de M6d. de Paris B. 186. 1) Rec de M«m. de M^d. milit Nout. Sir. VL 6L 22) Beridite in Sokweis. Zeitsdur. 1 Med. 1847. 28L 1849. 874. 88JL 1850. 827. 1862. 478. 84 Ei rieh, hiBtorisch geographische Pathologie. Rhoneniederungen des Waadtland und Unterwallis ^) und in Chur') vor, und auch die aus Italien datirenden Berichte beziehen sieb fast ausschliesslich auf das Verhalten von Schwindsucht in einigen der grösse- ren Städte. In Turin, Mailand, Florenz, so wie in Ancona wird die Krankheit den Berichten von Valentin 3), Guislain*), Journ^*) und Brian <>), zufolge, sehr häufig angetroffen, das Maximum ihrer Frequeoi aber erreicht sie in Genua, wo einzelne Aerzte in Vs ^11^^ ^^n ihnen untersuchten Leichen Lungentuberculose gefunden zu haben angeben ^ Weit seltener, als auf dem benachbarten Festlande kommt Schwindsucm in Venedig^) vor, auch auf der, unter dem Namen des Siccomario be- kannten, sumpfigen Ebene der Lombardei 5), so wie in Cremona *®), Pa- via^ij und Livomo^^) wird Schwindsucht nicht häufig beobachtet, einer sehr bemerkenswerthen Immunität von derselben aber erfreuen sich die Toskanischen Maremmen^^)^ ^nd zwar macht sich dieser Umstand berdts in Pisa bemerklich, das schon seit lange, und mit Recht, unter den von Schwindsucht am wenigsten heimgesuchten Orten Italiens genannt wor- den ist**). Auch in Rom und Civiia-Vecchia kommt die Krankheit, d« übereinstimmenden Berichten von Carriere^^j, Börard**) undJacquot^ zufolge, entschieden seltener, als in andern grossen Städten in höheren Breiten vor, und dasselbe scheint von Neapel zu gelten, da dem von RenziiS) angeführten statistischen Resultate zufolge das Mortalitätsve^ hällniss an Schwindsucht daselbst nur l,4<^/oo beträgt; in Reggio *•) gehört Schwindsucht dagegen zu den häufig vorkommenden Krankheiten. Ueber das Verhalten von Phthisis auf der iberischen Halbinsel steht nor so viel fest, dass die Krankheit auf der Hochebene Spaniens (Castilien und Estremadura) in grosser Frequenz beobachtet wird, und einen sehr bedeutenden Quotienten in der Sterblichkeit jener Gegend ausmacht ^, so wie, dass sie an der Südküste, wie namentlich in Malaga und Gibraltar, unter dem Vorherrschen östlicher und nordöstlicher Winde, einen äus- serst ungünstigen und sehr rapiden Verlauf zeigt; in Portugal, besondcn in der Umgegend von Lissabon, soll Schwindsucht, wie Gulhrie^^) c^ klärt, entschieden selten sein, von Lissabon selbst aber gilt diess nidi^ denn Wallace^) bemerkt: „phthisis pulmonum is a disease of not un- „frequent occurrence in Lisbon," und Trogher 23) zählt sie sogar unter den dort am häufigsten vorkommenden Krankheiten auf. — Unter den Inseln des Mittelmeeres, auf welchen Schwindsucht überhaupt aufibllend häufig ist^), zeichnen sich namentlich Corsica, Sicilien und Malta durch das Vorherrschen der Krankheit aus; Corsica rangirt in dieser Be- ziehung, den statistischen Mitlheiiungen zufolge, mit den von Schwind- sucht am meisten heimgesuchten Gegenden Frankreichs, von Sicilien sagt Irvlne^): „Phthisis is exceedingly common'*, und zwar gilt diess nicM nur von den, Witterungseinflüssen und körperlichen Strapazen und Entbehnm- 1) Lebert, Handbuch IL 138. 2) Onbler, Beitr. zu einer med. Topogr. Ton Cfair. TUbinff. 1824. 3} Vorage med. en lulie. Nancy 1822. 82. 141. 4) Lettre m6d. snr riUlie. Gand 184ü. 25. 5) Bnllet. gin, de therap. 1839. XVI. S55. 0) Trav. de la Soc. de Med. de Dyon 1848. 120. 7) Descrizione di GenoTa etc. Oen. 1841 8) Tanssiiir, Venedig von Seiten seiner klimat. VcrhältnisBe. Vened. 1847. 9) SaTio, StiUa topogr. flsico-med. del Siccomario. Pav. 1846. 10) Cerioli in Annali nniv. 1820. Januar 11. 11) Hildenbrand, Annal. tehol. Clin. Ticin. Pap. 1826. I. 119. 12) Palloni, SnUa costltns. epid. etc; Liromo IWI, 18) Salvagnoli 1. c. I. 61, und in Anaal. uniy. 1846. Decbr. 14) Valentin L e. 96. 15) Le Climat de Tltalie etc. Paris 1849. 16) Joum. des connaias. m6d.-oiilr. 1841. NoTbr. 200. 17) Gas. m^d. de Paris 1853. Nr. 34. 18) In FiUatr. Sebes. 18M. Dcebr. 19) Hamm! ibid. 1842. Novbr. 20) Thl^ry L c. I. 259. IL 9, Fanre, SoaTenlit 41 Midi etc. 74. 21) Lond. med. and phys. J. LXIV. 187. 21) Edinb. med. aad •arg. J. ZXXL 76. 23) Wiener med. Wochensohr. 1858. Nr. 9. M) Homer, Med. and topogr. obsenr. unon the Mediterraaeiii. PfaiUdelph. Xfl89, S6) Obfenrattoni upon diseaaot . . in Siouy. Lond. 1810. 99. Oi^ftii-Ersmkiieiten. Luügensohwindiuclit, 05 peselsten Soldaten, sondern auch von der eingebornen Civilbcvöl- and Yeatman ^) bestäligt diese An^be mil dem Bemerken, ^irocco auf den Verlauf der Krankheit den unheilvollsten Ein- Krt, und für die Häufigkeit und ßösarligkeit von Sciiwindsuchl Reuiren, abgesehen von der sehr grossen MortalitätszifTer (4,3*^/op englischen Truppen und 3.3 %o für die Civilbevcilkerung), die über- lenden Aussagen aller Berichterstutter^); seltener wird die Kxank- Sardinien und auf den ionischen Inseln beobachtet, wie- : aueh hier, u, a« auf Corfu und nuf Santa Maura, nach dem Be- m Ferrara, eine verhältnissmässig bedeutende Sterblichkeit ver- — In Griechenland ist, den übereinstimmenden Mitihcilungen ser*), Olympios*) und Wibmer^) xulbige, Schwindsucht n Ganzen selten gewesen» in neuerer Zeit aber hat die Krankheit, iderer*) ijerichtet, eine bedeutendere Verbreitung gefunden und nenitich häufig in Athen, Hydra, Spczia, Santnrin und Andros ge- 8€hr viel hüußger und verbreiteter dagegen ist Schwindsucht in -key ^) und zeigt spcciell in Constantinopel in dieser Beziehung OD dem in andern grossen Städten Europa s {}i lary consumption is a rare disease in Syria'% und in gleicher Imssem sieh Tobler^*) und Robertson i^}, welcher hinzufügt, bwindsucht daselbst vorherrschend nur in Aleppo angetroffen wird; iU&tlgutig dieser Angabe linden wir in der Bemerkung von Pru- c- 341) über das Vorkommen der Krankheit auf dem Libanon, in |e§end vonBalbek und Aleppo, und in dem Berichte von Guys^^^), bezüglich Aleppo heisst: „la phthisie pulmonaire peut Hre classic » end4§miques''. In Arabien kommt Schwindsucht, wie Pruner vorzugsweise an der Küste des rolhen Meeres, unter den Bedui- f, «wetehe das Zell mit dem steinernen Hause vertauschen". — f Allgemeinen sehr bedeutende , wenn auch nicht überall gleieh- i Verbreitung hat Schwindsucht in Indien gefunden. Diese, viel- fräkeren Behauptungen von dem seltenen Vorkommen der Krank- entgegenstehende, Thatsache ist durch die neueren, auf eine mä. neC lod plijn. J* IXXIV. 353. t) Stittoii lb!d. XXKVn. 91, WelU in ll»!»* mtd. Ktid «urg J. LXV. it , Hi^ry Kati's und obAen% on um Jonian l§]anik etc. md» SMS U. cjip. rl. Z) Uebor eicii^u K