r M. Tripier, ne prMi „gnere que dcux fois celle möme proporlion," und zwar erfahr« h aus der von Marseilhan^ angestellten Analyse der "WSsser io tai dass alle vorzugsweise Natron- und Magnesia -Sulphate in grosser INft und demnächst Nalroncarbonal enthalten, an Stelle dessen in den iti«^ gut trinkbaren Wassern Algers unlerkohlensaurer Kalk vorkommt; Bakv gli^ubt, dass die Ursache der auffallenden Frequenz von Ruhr inMelboM im Gegensatze zur Seltenheit der Krankheit in andern Gegenden des » stralischen Festlandes, zum Theil in dem schlechten Trinkwasser gesKÜ werden muss, und Hunter bemerkt aus Jamaica, dass die SoldtteD« einzelnen Punkten der Insel, so u. a. in Fort Augusta und Port BoM namentlich während ihres ersten Aufenthalles daselbst, von einer lett» Ruhr befallen wurden, die wahrscheinlich dem Genüsse eines, von aoM Orten dahin geschafHen , meist verdorbenen Wassers zugesebrieben ^ den dürfte. §. 116. Mit wenigen Worten habe ich schliesslich die Frage» erörtern, ob Roce oder Nationalität ein ätiologisches Moment Iflr* geographische Verbreitung oder das Vorkommen von Ruhr abgeben, t* ob von einer durch Akklimatisation gewonnenen Immunitat von Rw gesprochen werden darf. — Ueberblicken wir das Verbreitungs|?ebiel «• Ruhr, überzeugen wir uns von dem Vorherrschen der Krankheit ^^ den Eingebornen Indiens in einem so enormen Umfange, dass n. a.TT|j 1er 5) erklart: „it is pcrhaps not an exnggeration to say that of thd«* „deaths among the lower Orders of the nalives of Hindostan, threc fow* „are the efTecl of this disease," und in gleicher AVeise Henderson^ Hutchinson 5) u. a. sich aussprechen, erfahren wir, dass Malaj* Javanesen, Ceylesen und andere asiatische Völkerschaften (MarshiU Ward and Grant), nicht weniger wie Chinesen (Milne), die Eing*^ nen der südlichen Küste Arabiens (Lock wo od) und die muselmSDnisd>| Bevölkerung Vorderasiens (Polack, Floyd, Pruner) allgemein der D|^ krankung an Ruhr unterworfen sind; hören wir, welche enormen VcrW^ rungen die Krankheit unter den Negern, und zwar sowohl in ihrer*** math, im Sudan und auf der Ost- und Westküste Afrikas (Aichiso* Oldfield, Daniel!, Thomson, Raffenel, Doyle, Mc Ritchieöj*J wie in fremden Landern, anrichtet, so dass Copland®) Ruhr als öj» der häufigsten und verderblichsten Leiden unter der schwarzen Ra^e J zeichnet, ziehen wir das bösartige und verbreitete Vorhenschen * Krankheit unter den Eingebornen Ejryptens (Griesinger), AbessitH^ (Aubert-Roche), wie unter den Hottentotten (Tulloch) und R8»2| (Schwarz), unter der maurischen Bevölkerung Algiers und den daseltj lebenden Kabylen (Espanet, Cambay), unter den Indianern undMisjJj lingen Centro -Amerikas (Young, Homer u. a.), unter den EinfsebotJ^ von Guayana (Schöller), unter den Indianern und Creolen BrasiW' (Sigaud) und Perus (Tschudi), wie endlich unter den Sudsee-lt^ lauern (Bennet, Thomson, Chapin, Gulick, Wilson) in Betraf überzeugen wir uns schliesslich, wie wenig sich irgend welche W 1) Essai de Geofrr. m^d. Par. 1848. 52. 2) Rec de Mem. de Ifftfd. mfllt. JÄL lU. S) Calcatt. med. tr. III. i. 4) Edinb. med. and tarff. J. XXIV. 34. ft) o*— ^ -««Id. tiC y. 38. 6) Wöiterbnch der pnkt Medleia UL in. ede In den Ericrankurigs Verhältnissen ati Ruhr unter den verschiedenen lOnaJitüien in den gemässi^^aen Breiten bemerküch machen, so werden ztig^tehen müssen, dass die den verschiedenen Racen und Naliona- en eifrenihümlicht-n, physiologisclien Verhältnisse weder eine hnmnni' von Ruhr, noch eine wesentliche Prädisposilion filr die Krankheit un- denselben bedingen, ~ Andererseits aber lehren eine grössere Reihe Thalsachen, dass die Geneigtheil zur Erkrankung an Ruhr bei den- ken Individuen am grössten isl, welche in ein ihnen fremdes Klima txt, und von den auf sie einwirkenden schädlichen, und namentlich tatisehen Einflüssen daher am empfindlichsten berührt werder». Es diess zunächst von der Versetzung? von Individuen aus Jiöheren Brei- in tropische und subtropische Gegenden, und zwar sind die umfang- hsien Erfahrungen der Art von Mililairarzlen unter europäischen Trup- auf der östlichen tind westlichen Hemisphäre gemacht worden; die mkheit kommt unter denselben überhoupl häufiger» als unter den Ein- c»rtien vor, und sie sind derselben um so eher uiiterworlen, je kürzer Aurenihalt in der heissen Gegend isl, daher die bei weitem meisten e von Ruhr f^jerade unter den neu Angekommenen beobachtet werden ; füi diess nomenilich von Indien (T w i n i n g, ß a I To u r, Ä n n e s 1 e y, B e I- jal)v Ceylon (Marsh all, Davy), dem nördlichen An^hipel (Hey mann* «kerj, der südlifhenKüste Arabiens (Lock wood), Mauritius (Folie t), tpien und Abessfnien (Krank, Pruncr)» derWestküsle Afrikas (Key n- t, Oldfield u, a.), Algier (Laver an, Cambay, Haspel u. o.), ilro-Anterika (Lidell), den Antillen, und Gtiayana (Campet). Sodann r macht sich jener Einfluss des Klimawechsels auch dunn gcUend, wenn viduen aus emem heissen in ein kälteres, oder auch nur relativ kalles aa kommen, und zwar linde ich diese Ansicht namentünh in der viel- \ f^eitiachlen Erlahrung bei;rundet, dass unter den aus ihrer Hetmath lohere ßreiien iransporlirten Negern Ruhr atisserordentlich häufig, und ide eine der unter ihnen am häufigsten vürkommenden Krankheiten isU die In Egypten (Pruner), Guayana (Schöller, Rodschied), auf Antillen (Hillary, Levacher, Mc Cabe, Muson), in Peru cbüdi) und in den südlichen Staaten Nordamerikas (Tidyman) ge- hlen Beobachtungen lehren; in eben dieser Weise aber, glaube ich, die von den englischen Militaitärzten beobaclilele Thaisache auf- _ , dass unter den englischen Truppen in Canada, New-ßrunswic Kew-Scoltland die bei weitem meisten Fälle von Ruhr gerade unter penigen Truppentheilen vorkommen, welche neuerlichst von den Antil- dahln disiocirt worden sind. *— Diese vorwiegende Geneigtheit zur rajikung an Ruhr verhert sich nur nach einem längeren Auienthalte betfefl'f^nden Individuums in dem ihm ungewohnten Klima, rcsp, mit Akklinmtisalion desselben, die sich übrigens, wie es scheint* nicht in einer blossen Toleranz der IVüher nicht gewohnten, äussern Ein- stondern auch in einer wesentlichen Veränderung des physioiogi- Verhaltens des Individuums ausspricht, eine Annahme* die mir in Umslande begründet erscheint, dass, wie die folgende Untersuchung l, die Krankheit sich ebenso unter den Akklimatisirten, wie unier den ß/bmvBn, in einer eigenlhumlichen, von ihreui Verlaufe in nicht Äk- len verschiedenen, Weise gestuUeU |, ttT. Ruhr ist der klinische Ausdruck für den katarrhalisch *eite- in und croupös-diphtheritischen Krankheilsprocess aul der Schleim- I des Colons und Reklunis, der, unter den Erscheinungen einer Eni- dimg auftretend, acut oder chromsch verläuft j von diesem — analo- i 248 Hiriohi Ilutoriidi gaognpbiaohe Pathologie. misch -pathologischen — Standpunkte aufgefasst, bildet Rohr eine noMh logische Einheit, insofern die genannten Prozesse selbst mannigfache Uebergangsformen unter einander, im Individuum wie in der Epideone, zeigen, und in allen jenen, von den Beobachtern symptomatologisch oder genetisch unterschiedenen Formen der Ruhr das WesenUiehe des Krankheitsvorganges ausmachen , und so ist es fraglich, ob zwischen die- sen Formen überhaupt specifische Unterschiede bestehen, oder ob es uns vielmehr naturgemäss erscheint, dieselben nur als Ausdrücke eines, dunk mannigfache, äussere und innere (individuelle), Momente in seinem Verlaufe und seinen Erscheinungen modificirten, Krankheitsprocesses anzusehen.- Wenn schon die unbefangene Kritik klinischer Erfahrungen in hohem Grade zu Gunsten der letzten Annahme spricht, so weiset uns die historisch- geographische Forschung nicht weniger bestimmt auf dieselbe hin, und wenn es auch gewiss praktisch wichtig ist, eine gastrische, entzündliche, typhoide u. a. Formen von Ruhr zu unterscheiden, so dürfen wir in den- selben doch immer nur Modificationen eines Prozesses erblicken, der seiner Wesenheit nach stets, an allen Orten und zu allen Zeiten der- selbe ist. „Qaelle qne toit la forme on le earaelere de dysenterie,*' tagt Bleeker*), „•et symptömes pathologo-anatomiqQes sont les mtoes et ne diff^rent qo^en qaao- „tlid et qo'eo forme; quant aux symptömet qnalilalift ils ne ebangent jamais... Li „diviaion de la dysenterie en diverses sorles n'a aucune valeor patbologo-aiialoiiii' „qne; eile est ndanmoins d'on avanlage pratiqoe parce qao, basöe aar la yiolence „de la maladie, sor Je mode et r^lendn de la r^actioo dans rorganlame et aar let „eomplicalions, eile nous indiqae la mödication a soivre.** Es liegt ausser dem Plane meiner Arbeit, diesen Gegenstand vom anatomischen oder klinischen Standpunkte aus weiter zu verfolgen; icl rouss mich hier darauf beschranken, diejenigen, in das Gebiet der vor- liegenden Frage gehörigen, Punkte naher in Betracht zu ziehen, welche in specieller Beziehung zur geographischen Forschung stehen, resp. her- vorzuheben, welche Eigenthumlichkeiten oder Modificationen die Krank- heit in ihrer Gestaltung in den einzelnen Gegenden der Erdoberfläche, un- ter dem Einflüsse äusserer oder innerer (individueller) Momente, zeigt. §. 118. Was zunächst den \icl gebrauchten Ausdruck tropische Ruhr anbetrifft, so ist derselbe, insofern er eine wesentliche Krankheits- modificalion bezeichnen soll, ebenso entschieden zu verwerfen, als die namentlich von indischen Aerzten gebrauchten, Bezeichnungen der Dy- senteria hepatica, scorbutica u. s. w., wenn mit denselben eben etwas anderes als Complicationen von Ruhr mit (secundärem oder primä- rem) Leberleiden ^) oder Scorbut ') angedeutet werden soll. Der einzige wesentliche Unterschied zwischen dem Krankheitsverlaufe in den Tropen und dem in den gemässigten Breiten besteht darin, dass Ruhr dort unend- lich häufiger einen chronischen Charakter annimmt, als hier, während die Gestaltung der Krankheit in allen übrigen Beziehungen innerhalb der Tro- pen durchaus dieselbe ist, wie in gemässigten Klimaten. „Die Dysenterie /* sagt Hunter«), „ist so, wie sie sich aof der Insel Janaiei „zeigt, völlig dieselbe Krankheit, die Sydcnbam, Pringle, Baker o. a. ao vo^ ,, trefflich beschrieben haben, und unterscheidet sich auch durch keine beaondereii „ZnfftUa von derjenigen Ruhr, welche in den Jahren 1770 and 80 za London ge- 1) L 0. a. s) Conf. Anneslej L o. 884. S) OonC ABsealay L c 4M, Twl- ning L e. L ii6. Walah, Mnrchtaon IL oe. 4) 1. o. 164. Oiytn-EmiUieiftttL Bnlur. 249 «hsmcht hat;** — > ^eh kann veraiehern,** bemerkt Prinfle^), .Mm alle epidemi- ««•ehen Rnbren, welche ich in der Armee gesehen» von einerlei Art geweien sind« ipOnd Dr. Hock sowohl, wie auch andere, die wftbrend des leisten Krieges, nicht t.nnr in Deutschland, sondern auch in Minorka, Amerika und Westindien gebraucht «»worden, haben mir versichert, diese Krankheit sei in diesen Lftndem mit den näm- „Ijcben Zufällen erschienen (obgleich mit grösserer oder geringerer Heftigkeit, je nach ^dem Grade der Hitze), und habe sich allemal durch die nfimlichen Mittel heilen »Jasaen ;" — „the characteristics of dysentery are the same in all countries and hu ,,all latltudes,** erklärt Ayres«) und in derselben Weise sprechen sich Johnson, Bosch, Bleeker, u. V. a. aus. — Auch die Bösartigkeit im Verlaufe der Krankheit kann nicht, wie von einzelnen Seiten hervorgehoben worden ist, als ein Un- terscheidungsmoment der tropischen Ruhr von der in höheren Breiten geltend gemacht werden; allerdings erliegt innerhalb der Tropen eine absolut viel grössere Zahl von Individuen der Krankheit, als in gemäs- sigten Zonen, allein bei weitem nicht in dem Verhältnisse, als die Mor- billtät von Ruhr dort grösser ist als hier. Es starben Is Dauer der • Beobaehtungforl Ss Beobach- Bcricbterstatter a JM langen Mien 12.3 14 Jabre Gordon. Ans verschiedenen Gegenden des Landet Bengalen , Pr&sid. 9.7 17 ,. Borke, Macpberson. Von 1816 — 1832 Hadrai 9.2 12 „ Marsball, Balfour 8€cnoderabad 14.0 « ,. Berichte in Madras quart. med. J. 11. cc. Bombay, Prftaid. 9.3 4 „ Kinnis Ceylon 11.0 20 „ Tulloch. In einzelnen Epidemien bis 25% (Davy) Pein 17.0 1 ,. Stewart. Unter sehr ungfinsligen Verhältnissen. Hongkong 20.0 2 „ Macphcrson, ebenfalls sehr ongQnstigc Verbältniss« Mauritius S.3 1» .. Tnlloch. In einzelnen Epidemien bis 30% und darfiber (Feilet) Capstadt 4.0 1» .. Tulloch. In der Epidemie 1804 — 5 nach Liehten» stein 20.9% Sterblichkeit Wesik. von Afrika 14.3 18 ., Tulloch Tlemeen 11.7 2 ., Cambay Antillen 7.7 20 „ Tulloch Bermuda 2.4 10 „ Tulloch Malia 4.7 18 „ Hennen, TuUoeh Jon. Inseln 3.3 18 „ ibid. Gibraltar «.0 20 .. Tulloch Britannien 7.0 10 „ Tulloch Hew-Seotdand 7.0 20 .. Tulloch Canada 5.0 20 „ TuUoch V^ir ersehen hieraus, dass die Sterblichkeil an Ruhr iim uiii d er gemässigten Breiten der in vielen tropisch oder subtropisc h fBfc ggpen Gegenden beobachteten gleichkommt, oder sie selbst noch flbsn. sieh sogar von der in Indien conslalirlen Mortalität nicht wes ttiM ^? ^ra t« und noch mehr schwindet jene Differenz, wenn man die SltiiiMe it an epidemischer Ruhr in niederen und höheren Breiten Bd •J?^ ^^^^ gleicht; eine Sterblichkeil von 50% der Erkrankten W«** frössie 1) 1. e. Sßi. 2) 1. e. M4. 2&0 Hirsch, Uüoriiek gttognq^Ufteh^ Pathologie. innerhalb der Tropen beobachtete Zahl; eben diese Mot'talitälthöhe